Archiv | Oktober, 2012

Eupen, wo bleibt die Jugend?

31 Okt

Die Kommunalwahlen in Ostbelgien sind vorüber. Fast überall stehen die Mannschaften (und politischen Mehrheiten sowieso) fest.

In Eupen, der Stadt, in der ich sehr oft meine Freizeit verbringe und auch arbeite, ist Claudia Niessen mit 33 Jahren die jüngste Person, die im neuen Eupener Stadtrat eine von Verantwortlichkeiten gefüllte Position innehat – ganz davon abgesehen, dass sie die einzige Frau im Schöffenkollegium ist.

Annabelle Mockel und Tom Rosenstein, mit denen ich hier auf dem Blog auch ein Interview geführt habe, haben es ebenfalls als junge Kandidaten in den Stadtrat von Eupen geschafft. Meinen Glückwunsch an dieser Stelle!

Allerdings hat man beiden, trotz vieler Stimmen einen Schöffenposten nicht zugetraut. Es wird u.a. auf Ostbelgien Direkt damit argumentiert, dass es im Falle von Tom eben doch besser gewesen ist, ihn als Jugendbeauftragten (ein Amt, das schon einmal in die Hose ging) einzusetzen und stattdessen als Schöffen nur jene arbeiten zu lassen, die Erfahrung mitbringen.

Meine Frage lautet aber: Können diese Personen nicht auch im Hintergrund helfen?

Es geht doch, wie im Wahlkampf so oft versprochen, einzig allein um das Wohl der Stadt und um nichts anderes. Außerdem lernt man doch erst richtig, wenn man an der Front ist. Vor allem, wenn man die Stadtbelange erst nach Feierabend in Angriff nimmt.

Dass Annabelle Mockel völlig leer ausgegangen ist, zeigt die Angst, die man hatte, jüngeren Leuten rechtzeitig das Feld zu überlassen. Es bleibt ihr zu wünschen, dass sie entweder die Person ist, die von Fred Evers angelernt werden soll, oder sie anderweitig – vielleicht im Dienste ihrer Partei – höhere Aufgaben übernehmen darf.

Wäre ich jedenfalls ein Eupener Jugendliche (ich wohne in Raeren), ich würde mich nicht vollständig vertreten fühlen.

Mario Vondegracht

PS: Ich erhoffe mir für den zukünftigen Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg, dass er sich nicht von den Parteigenossen Evers, Hunger und co. verdrängen lässt und an Profil und Durchsetzungskraft gewinnt.

Foto: Helmut Thönnissen (GrenzEcho)

Sorry…

14 Okt

… aber den Jungkandidaten der Liste FLEK von Christoph Hennen konnte ich leider nicht erreichen bzw. hat mir keine Rückmeldung gegeben. Ich wünsche allen Eupenern/Kettenisern eine gute Wahl. Das gilt aber auch für die anderen Gemeinden und Städte aus der Region und in ganz Belgien.

Im Interview: Thomas Lennertz (CSP)

12 Okt

Und der nächste Kandidat heißt: Thomas Lennertz (CSP).

Woher kommt der Antrieb, dich in Eupen zur Wahl zu stellen?

Hmmm – du fragst mich, warum ich mir das eigentlich alles antue…  Gute Frage!

Zunächst einmal – und ich denke dass dies bei vielen Kandidaten auch der Fall sein wird – ist es für mich als politischen Neuling eine persönliche Herausforderung, bei einer Gemeinderatswahl anzutreten. Ganz unabhängig davon, dass man sich für gewisse Themenfelder (Jugend, Mobilität, Integration, usw.) besonders interessiert und sich in diesen Bereichen engagieren möchte, muss man sich ja erst einmal grundsätzlich dafür entscheiden, sein Engagement zu einem politischen Engagement werden zu lassen. Und diese Entscheidung ist schon mal nicht ohne…

Sich zur Wahl stellen ist ja nichts anderes, als sich von einem (großen) Publikum bewerten zu lassen. Daumen hoch oder Daumen runter.  Wie bei einer Casting Show: „Nehmen die mich überhaupt?“ Das versprüht natürlich einen gewissen Reiz und macht die ganze Sache so spannend.

Zum anderen setze ich mich als Rechtsanwalt tagtäglich in ganz konkreten Situationen für Menschen ein, die bestimmte Probleme haben. Die Kommunalpolitik würde mir die Möglichkeit geben, etwas Ähnliches auf einer anderen Ebene zu machen, mit dem Unterschied, dass ich mich hier für sehr viele Menschen gleichzeitig engagieren könnte. Diese Idee reizt mich sehr – vor allem da es auf der einen Seite eine neue Herausforderung wäre, jedoch auf der anderen Seite auch etwas Altbekanntes vorhanden wäre, das ich aus meinem täglichen Berufsleben bereits kenne.

Nenn mir bitte ein konkretes Projekt, das du für Jugendliche in Eupen erreichen willst!

Ein Anliegen, welches mir besonders am Herzen liegt, ist die Frage der Möglichkeiten für die Jugend, ihre Partys zu feiern. Wir hatten vor 10 – 15 Jahren den Saal Holftig (Heidbergparty), die Katakomben, und später dann noch das Camelot, welche allesamt  regelmäßig (um nicht zu sagen wöchentlich) durch die verschiedensten Vereine genutzt wurden, um Partys zu veranstalten.

Hier muss der heutigen Jugend ein gleichwertiges Angebot an Möglichkeiten gegeben werden.  Mit dem Alten Schlachthof ist hier ja bereits ein Anfang gemacht, jedoch gibt es noch einiges zu tun in dieser Hinsicht.  Hierfür würde ich mich gerne ganz besonders einsetzen.

Wieso sollte man gerade Dich wählen?

Weil ich für ein politisches Engagement genau im richtigen Alter bin: weder zu jung, noch zu alt. Weil ich interessiert, motiviert, engagiert und offen für Neues bin.

Weil ich aufgrund meiner beruflichen Erfahrungen Übung darin habe, mich für meine Mitmenschen bzw. für eine bestimmte Sache voll und ganz einzusetzen.

Und (last but not least!) weil ich die körperlichen Voraussetzungen mitbringe, ein schweres Paket vom Café Columbus bis zur Klosterstraße zu tragen…

Für was steht die CSP in Eupen?

Also ich werde Dir jetzt an dieser Stelle weder das Wahlprogramm (für den Fall, dass die Frage auf die anstehenden Wahlen bezogen war) noch die Vision und das Grundsatzprogramm der CSP (für den Fall, dass die Frage ganz allgemein gestellt war) herunterrattern – das kann jeder in Ruhe auf unserer Homepage nachlesen. Hier gibt es auch eine Vorstellung unserer Grundsätze.

Ich persönlich habe mich für die CSP entschieden, da die CSP eine Partei der Mitte ist. Die CSP ist eine offene Partei, eine Partei in der der Mensch im Mittelpunkt steht und in der keine Politik verfolgt wird, die ausschließlich die Interessen einer bestimmten Gesellschaftsschicht wahrt oder fördert. Mit einer solchen Politik kann und möchte ich mich identifizieren.

Im Interview: Antonios Antoniadis (SPplus)

11 Okt

Wir machen weiter mit unserer Vorstellung von Jungpolitikern aus der Hauptstadt der DG. Heute ist der Regionalpräsident der SP an der Reihe.

Antonios, woher kommt der Antrieb, dich in Eupen zur Wahl zu stellen?

Das Interesse für Politik liegt in der Familie. Beide Großeltern waren politisch aktiv und auch mein Vater zog ein Studium in Politikwissenschaften vor. Dass zuhause oft über Politik gesprochen wurde, war so gesehen unvermeidbar. Ich bin seit einigen Jahren in der Politik und seit Oktober 2011 auch Präsident der SP in der DG. Ich möchte die Zukunft unserer Stadt aktiv mitgestalten. Mit 27 glaube ich sowohl ältere als auch jüngere Bürger angemessen vertreten zu können.

Nenn mir bitte ein konkretes Projekt, das du für Jugendliche in Eupen erreichen willst!

Für unsere Jugend haben wir verschiedene Maßnahmen ausgearbeitet, die möglichst alle Altersklassen (sowohl Kinder, Jugendliche als auch junge Erwachsene) betreffen. In einem Projekt möchten wir Wohnraum für Jugendliche und junge Erwachsene aus Eupen schaffen. Die Stadt sollte unserer Meinung nach Wohnungen preisgünstig anbieten und Bauland an junge Paare und Berufseinsteiger verkaufen.

Wieso wollen wir das machen? Gerade für junge Menschen und Berufseinsteiger ist es angesichts steigender Miet- und Baukosten schwierig, sich in Eupen niederzulassen. Dabei sind sie die Zukunft einer ansonsten alternden Gesellschaft und daher lebenswichtig für unsere Region.

Damit diese Maßnahme auch richtig angewandt wird, schlagen wir Vergabekriterien wie Einkommen, Alter und Familienstand der Interessenten vor. Auch wäre es sinnvoll, eine Mindestanzahl Wohnjahre als Kriterium hinzuzufügen (Beispiel: mindestens 10 Jahre wohnhaft in der Stadt Eupen).

Wieso sollte man gerade Dich wählen?

Für die SPplus treten dieses Mal fünf junge Menschen an, die jünger als 23 sind. Eine junge Mannschaft war mir von Anfang an wichtig. Ähnliche Initiativen möchte ich auch auf Ebene der DG anstoßen. Mit 27 bin ich selbst noch ein junger Erwachsener, der eine gewisse politische Erfahrung vorweisen kann. Diese Erfahrung möchte ich nun als Stadtverordneter einsetzen. Das kann ich aber nur machen, wenn genug Menschen sich am Sonntag für mich entscheiden. Ich hoffe, dass auch die Jugend mich dabei unterstützen wird.

Für was steht die SPplus in Eupen?

Die SPplus steht für ein Team aus jungen und erfahrenen Bürgern, die sich für ihr Zuhause, Eupen-Kettenis, einsetzen. Als offene Bürgerliste möchten wir ohne große Theorien pragmatisch vorgehen und gemeinsam mit den Bürgern an diesem Zuhause arbeiten. In den letzten Jahren wurde sehr viel über die Stadtentwicklung diskutiert. Auch wir stehen dahinter, aber wir sollten dabei nicht die gesellschaftspolitischen Themen vernachlässigen. Wie gehen wir mit dem demografischen Wandel vor? Wie garantieren wir eine ärztliche Grundversorgung? Wie können wir die Bürger, egal welches Alter sie haben, bei politischen Prozessen einbeziehen? Wie können wir die Integration ausländischer Mitbürger begünstigen? Das sind Fragen, auf die die SPplus Antworten hat. 

Im Interview: Tom Rosenstein (Ecolo Eupen)

8 Okt

Ich möchte weitermachen mit der Serie über junge Politiker aus der DG-Hauptstadt Eupen. Tom, Jugendarbeiter in Raeren, ist an der Reihe. Er tritt für Ecolo an.

Woher kommt der Antrieb, dich in Eupen zur Wahl zu stellen?
Meine Motivation ist die Jugend. Ich möchte die Jugendpolitik kreativ und originell gestalten und verändern. Das kommt natürlich durch meine berufliche Erfahrung der letzten acht Jahre als Jugendarbeiter und Anti–Gewalt-Trainer. Des Weiteren ist Kommunalpolitik eine neue Herausforderung für mich. Ich bin seit zwei Jahren bei Ecolo aktiv und das politische Feld ist nach wie vor unglaublich spannend und motivierend. Ausserdem kann ich als junger Mensch mit viel Energie und Ideen frischen Wind in die Politik bringen. So gehe ich als Jungkandidat vorbildlich voran und setze zudem noch ein Zeichen gegen Politikverdrossenheit.

Nenn mir bitte ein konkretes Projekt, das du für Jugendliche in Eupen erreichen willst!
Ein ganz konkretes Projekt ist das „Haus der Jugend“. Ein Haus für alle jungen Menschen, die dort ein gebündeltes Angebot vorfinden und wahrnehmen können. Es soll ein zentraler Treffpunkt sein, welcher eine Menge an Angeboten beinhalten soll. Der offene Jugendtreff, Musikproberäume, gut ausgestattete Aktivitäten- und Versammlungsräume, das Jugendinformationszentrum usw.

Ich denke, es ist wichtig, dass Jugendliche ihren Platz in der Stadt erhalten und sie sich so mit ihrer Stadt identifizieren. Sie sollen Angebote wahrnehmen können und sich selber engagieren. Die Jugend braucht ihren R.A.U.M. Das steht für Rat, Angebot, Unterhaltung und Möglichkeiten. Außerdem würde ich gerne auf das Budget der bisher verteilten Go-Pässe eingehen. In den letzten zwölf Jahren sind über 720 000 € für das Verschenken von Go-Pässen ausgegeben worden! Für manche Jugendliche ist ein Go-Pass bestimmt sinnvoll. Allerdings denke ich, dass dies kein Ansatz für Jugendpolitik sein sollte. Mit diesem Budget kann man so einige andere nachhaltigere Projekte durchführen.

Hier ist übrigens ein Link zu unserem aktuellen Jugendfilm für die kommenden Wahlen: http://www.youtube.com/watch?v=vkCPahXElnI&fb_source=message

Wieso sollte man gerade Dich wählen?

Wenn ich auf meine Arbeit, ob beruflich oder ehrenamtlich, der letzten zehn Jahre zurückblicke, sehe ich, dass ich sehr viel Erfahrung in verschiedenen Bereichen gesammelt habe. Diese in die Kommunalpolitik einfließen zu lassen, kann für die Stadt Eupen nur von Vorteil sein. Meine Schwerpunkte sind Jugend und Kultur. Ein Terrain, auf dem ich mich professionell bewege und meine Gestaltungskraft politisch umsetze.

Für was steht Ecolo in Eupen?
Ecolo möchte Gesamtkonzepte in allen Bereichen erarbeiten. Projekte sollen fachkundig geplant und miteinander koordiniert werden. Ecolo hat schon immer Gesamtkonzepte nach folgendem Motto gefordert: „kompetent planen und konsequent umsetzen!“

Wir stehen für eine transparente, offene und kreative Politik. „Ohne Moos nichts los“ stimmt nicht immer. Der politische Stil machts aus. Bürgerbeteiligung, Mitspracherecht und Vierteldenken ist von großer Wichtigkeit, um eine Stadt, aus Initiative der Bürger und der Politik, zu beleben.
Hier siehst du zum Beispiel unsere Antwort auf den jetzigen Einweihungswahn: http://www.youtube.com/watch?v=e_BXg1npc0A

Ecolo feiert erst dann, wenn kompetent geplant und konsequent umgesetzt wurde.