Archiv | Februar, 2013

Netzfundstücke Februar

28 Feb

Hallo zusammen,

jeder, der mich und meine Netzgewohnheiten kennt, weiß, dass ich immer gerne sehr viele Tabs aufhabe. Es handelt sich bei den offenen Internetseiten meist um Themen, Artikel und Geschichten, die ich noch bearbeiten, lesen oder teilen möchte. Heute Abend habe ich mir gesagt, dass ich auf jeden Fall meinen Browser schneller machen muss. Deswegen stelle ich euch nachstehend einige interessante Geschichten vor, die ich im Netz gefunden habe.

MS MR

So findet ihr hier ein Video von einer mir noch unbekannten Band namens MS MR, die einen mir bekannten aber dennoch wunderschönen Sound kreieren. Schönes Lied, das Lust auf mehr macht.

Puff, Tor! Die Geschichte vom FC Johnny!

Vor einiger Zeit bin ich in dem Fußball-Magazin 11 Freunde, das ich am Flughafen gekauft hatte, auf einen interessanten und super lustigen Artikel gestoßen. Auf dem Flug nach Barcelona habe ich mir dann die Geschichte der „Meisterschaft der Luden“ reingezogen. Eine Mannschaft bestehend aus Größen der Kölner Unterwelt. Ihr Stammlokal, das „Klein-Köln“, habe ich übrigens auch schon zweimal von innen gesehen. Feiner Laden! 🙂 Hier gibt es die Geschichte zum Nachlesen.

Ein Auszug will ich euch aber nicht vorenthalten:

„Fußball spielt dort nur eine Nebenrolle, aber dem 1989 verstorbenen Becker war er ziemlich wichtig. Die Freunde von damals sagen: Er war ein Vereinsmeier, wie er im Buche steht. Er kaufte sich eine Trillerpfeife und verordnete seinen Freizeitkickern regelmäßiges Training: dienstags und donnerstags. Donnerstagsabends ging’s anschließend um 23 Uhr zur Mannschaftssitzung im Hinterzimmer des »Klein Köln«. Die wichtigste Spielregel lautete: keine Frauen, keine Polizei. Der Fußballtalk lief bis tief in die Puppen, das »Klein Köln« war die erste Spelunke der Stadt mit einer Nachtlizenz. Die Krummheimer, wie man in der Szene sagte, besprachen so brisante Themen wie: Wer ist der nächste Gegner? Wer hat seinen Beitrag noch nicht bezahlt? Und wohin geht unsere Saisonabschlussfahrt? Karin Cölln, Beckers Lebensgefährtin und wichtigste Thekenkraft, trug zu später Stunde riesige Koteletts und Schnitzel hinter die Schiebetüre. Dazu gab es tablettweise Kölschstangen – nur Beckers Schmal trank Pils. Denn wie sagte er immer: »Zwischen Leber und Milz, passt immer noch ein Pils.«“

Ausstellung über Menschen aus der Euregio

Da schaue ich mir einen BRF-Beitrag über eine Ausstellung an und siehe da: Sehr viele Personen, die ich kenne, sind Bestandteil des Beitrags und der Ausstellung. So hängt der bekannte Eupener Piercer Johnsen (alias Kevin Derwahl) neben dem EU-Parlamentspräsidenten Martin Schulz aus Würselen. Falls ich Zeit finde, werde ich mir die Ausstellung ansehen. Hier geht es zum Beitrag.

Meakusma-Night in Brüssel

Ich war am Samstag nach Karneval auf der meakusma-Nacht in Brüssel, die in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut nun zum dritten Mal ins Leben gerufen wurde. Ich hatte mit meinen Kumpels und Bekannten einen richtig geilen Abend, der erst um sieben Uhr morgens mit unserer Ankunft in Eupen endete (ein Hoch auf den Fahrer). Worauf ich aber hinauswill. Wer einen richtig gutgeschriebenen Artikel über den Abend lesen möchte, muss hier lang. Das Spex-Magazin entsendete einen Mitarbeiter nach Brüssel. Echt lesenswert! Wer gute Fotos sehen möchte, um die Stimmung zu erahnen, die am Abend im Recyclart herrschte, sollte sich die Bilder von Caroline Lessire auf Resident Advisor anschauen. Einfach fantastisch!

Die Goldschmiede aus Hergenrath im WDR-Fernsehen

Mein Kumpel Raphael Steinbach ist Goldschmied aus Leidenschaft. Der Hergenrather hat nicht zum ersten Mal seine Pforten geöffnet und einem Kamera-Team einen Einblick in die Antwerpener Diamentenwelt verschafft. Diesmal war der WDR mit ihm unterwegs. Hier könnt ihr den zirka 12-minütigen Beitrag sehen. Viel Spaß!

Der auf das Frühjahr Lust machen sollende Mix

26 Feb

 

Ich hab mir nach fast einem Jahr noch einmal die Zeit genommen, einen kleinen Mix aufzunehmen. Sauber sind die Übergänge nicht, aber ich war vor einer Woche auf einer Party des ostbelgischen Kollektivs meakusma in Brüssel. Da hat die Detroit-Legende Anthony Shakir aufgelegt. Er scheißt auf Übergänge. Die Musik ist für ihn entscheidend. Und das soll jetzt an dieser Stelle auch das Credo sein.

Gastkommentar von Adrien Kirschfink: Die DG, Belgien und Europa

22 Feb

Wenn man in den letzten Wochen und Monaten die Schlagzeilen der lokalen, nationalen und internationalen Presse gelesen hat, könnte einem eigentlich ganz mulmig zu Mute werden – wären wir da nicht alle schon ziemlich abgehärtet.

Erst ist Belgien „krank“ und es wird eine neue Staatsreform angekündigt, dann der Euro mit Rettungspaket auf Rettungspaket gerettet und jetzt wird auch noch der EU-Haushalt zusammengestrichen. Da fragt sich doch so mancher, ob es nicht besser ist, einfach den Kopf in den Sand zu stecken und zu hoffen, dass unsere Deutschsprachige Gemeinschaft (DG) von dem ganzen Tumult verschont bleibt?!

Wer denkt, dass wir uns hier bei uns nicht darüber sorgen sollten, macht es sich etwas einfach. Gerade in der DG sind wir von all diesen Tendenzen stark betroffen. Ob Staatsreform, Europäische Haushaltsdebatte oder die Euro-Krise… wir in der DG stecken mitten drin.

Die Devisen „Jeder für sich“ und „Gebt es den Teilstaaten und es wird schon besser funktionieren“ sind schlichtweg populistisch und falsch, denn sie sind viel zu einfach und funktionieren in dieser Form nicht.

Gerade wir Ostbelgier sollten doch wissen, wie wichtig große Strukturen sind, um die Interessen der in ihnen zusammenlebenden Gesellschaft zu unterstützen, sind doch wir die ersten Nutznießer des gemeinsamen Europas, das wir tagein tagaus „live“ erleben dürfen.

Wenn man in den letzten Tagen aber liest, dass die Bürger „europamüde“ werden und dass das europäische Projekt die Mittel gestrichen bekommt, dass in Belgien Kompetenzen an die Teilstaaten übertragen werden, die dort aus rationeller Sicht nicht hingehören (da gerade Kompetenzen wie die Gesundheitsvorsorge und die Soziale Sicherheit besser durch eine breite Masse als durch den einzelnen getragen werden) und dass auch noch viele Politiker aus der DG eine vollwertige vierte Region machen wollen, sollte man sich doch die Frage stellen dürfen: Warum?

  •  Ist es, weil die Erhaltung und Festigung der lokalen Machtbasis wichtiger wird als das Allgemeinwohl der Bevölkerung und jedes einzelnen Bürgers? Hier sollte sich jeder Politiker und vor allem jeder Bürger in der Verantwortung fühlen, nicht einfach abgedroschene Phrasen zu gebrauchen, sondern die tatsächlichen Kosten und Nutzen zu hinterfragen…
  •  Oder ist es, weil der eigentliche Mehrwert und die Aktivitäten der übergeordneten Institutionen nicht transparent und attraktiv genug vermittelt werden? Dies sollte die nationalen und europäischen Verantwortlichen, unsere Volksvertreter und Politiker – gerade diejenigen die aus der DG stammen – wachrütteln. Sie müssen dafür sorgen, dass die Kommunikation vor Ort verbessert wird und die Bürger der DG den Mehrwehrt der EU und des Nationalstaates verstehen…

Seit Jahrhunderten wissen wir, dass der Zusammenschluss kleiner Teile oft mehr ergibt als die Summe der Einzelnen. Als kleines Puzzlestück wird man zu oft zum Spielball der Großen. Die Verantwortlichen sollten vielleicht damit anfangen, darüber nachzudenken, welche Kompetenzen man bereits besitzt, bevor darüber nachgedacht wird, was man noch alles bekommen möchte und auch, ob gewisse Kompetenzen nicht besser an anderer Stelle – beim Nationalstaat oder der EU – ausgeübt werden.

Lasst uns also von Zeit zu Zeit die Lupe gegen ein Fernglas eintauschen, denn der Horizont ist viel größer als unser Tellerrand…

Zur Person:

Adrien Kirschfink ist 29 Jahre alt und stammt aus Hergenrath. Nach seinem Studium an der renommierten Wirtschaftshochschule HEC in Lüttich startete Adrien Kirschfink seine Karriere als Strategieberater bei Accenture, dem größten Managementberatungs-, Technologie- und Outsourcing-Dienstleister der Welt. Dort berät er multinationale Unternehmen, öffentliche Einrichtungen und Nichtregierungsorganisationen  sowohl in Belgien als auch im Ausland. Trotz seiner Tätigkeit hat er jedoch seit jeher seine starke Bindung zur Deutschsprachigen Gemeinschaft aufrecht erhalten.

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Freddy Derwahl über die Bushof-Techno-Diskussion

18 Feb
Ich liebe die Texte von Freddy Derwahl! Man muss nicht immer mit ihm einverstanden sein, aber ich bin froh, dass ihn das GrenzEcho seit dem Relaunch der Zeitung wieder zu Wort kommen lässt. Nur wenige Schreiber können meines Erachtens ein Gefühl, eine Stimmung, ja sogar eine ganze Lebensphilosophie so schön und klar in Worte und verschachtelte Sätze packen. Seine Nachtnotizen ziehe ich mir jedes Mal mehrfach rein. Diesmal hat er über die ganze Bushof-Techno-Diskussion geschrieben, die die Eupener Öffentlichkeit seit einer Woche beschäftigt bzw. nervt. Jedoch hat diese Diskussion, die in vielerlei Online-Foren (anonym oder nicht) geführt wird, einen positiven Nebeneffekt. Es wird generell über den Kulturwandel und das Zusammenspiel zwischen Alt und Jung in bewährten Situationen und festgefahrenen Traditionen gesprochen. Oder um es mit Freddy Derwahl zu sagen: „Schmerz und Freude einer Zeit, haben die Melodie, die sie verdient.“

Hier geht es zum vollständigen Beitrag von Freddy Derwahl. derwahl