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Eupen, wo bleibt die Jugend?

31 Okt

Die Kommunalwahlen in Ostbelgien sind vorüber. Fast überall stehen die Mannschaften (und politischen Mehrheiten sowieso) fest.

In Eupen, der Stadt, in der ich sehr oft meine Freizeit verbringe und auch arbeite, ist Claudia Niessen mit 33 Jahren die jüngste Person, die im neuen Eupener Stadtrat eine von Verantwortlichkeiten gefüllte Position innehat – ganz davon abgesehen, dass sie die einzige Frau im Schöffenkollegium ist.

Annabelle Mockel und Tom Rosenstein, mit denen ich hier auf dem Blog auch ein Interview geführt habe, haben es ebenfalls als junge Kandidaten in den Stadtrat von Eupen geschafft. Meinen Glückwunsch an dieser Stelle!

Allerdings hat man beiden, trotz vieler Stimmen einen Schöffenposten nicht zugetraut. Es wird u.a. auf Ostbelgien Direkt damit argumentiert, dass es im Falle von Tom eben doch besser gewesen ist, ihn als Jugendbeauftragten (ein Amt, das schon einmal in die Hose ging) einzusetzen und stattdessen als Schöffen nur jene arbeiten zu lassen, die Erfahrung mitbringen.

Meine Frage lautet aber: Können diese Personen nicht auch im Hintergrund helfen?

Es geht doch, wie im Wahlkampf so oft versprochen, einzig allein um das Wohl der Stadt und um nichts anderes. Außerdem lernt man doch erst richtig, wenn man an der Front ist. Vor allem, wenn man die Stadtbelange erst nach Feierabend in Angriff nimmt.

Dass Annabelle Mockel völlig leer ausgegangen ist, zeigt die Angst, die man hatte, jüngeren Leuten rechtzeitig das Feld zu überlassen. Es bleibt ihr zu wünschen, dass sie entweder die Person ist, die von Fred Evers angelernt werden soll, oder sie anderweitig – vielleicht im Dienste ihrer Partei – höhere Aufgaben übernehmen darf.

Wäre ich jedenfalls ein Eupener Jugendliche (ich wohne in Raeren), ich würde mich nicht vollständig vertreten fühlen.

Mario Vondegracht

PS: Ich erhoffe mir für den zukünftigen Bürgermeister Karl-Heinz Klinkenberg, dass er sich nicht von den Parteigenossen Evers, Hunger und co. verdrängen lässt und an Profil und Durchsetzungskraft gewinnt.

Foto: Helmut Thönnissen (GrenzEcho)